Rollenspiel - Midgard - Rüstungssystem
Durch eigene Erfahrungen mit mittelalterlichen Rüstungen, sowie einer viel zu
geringen Anzahl der Standardrüstungen in Midgard (man vergleiche mal mit DSA),
haben wir uns zusammengesetzt und ein paar neue Regelungen ausgedacht, die wir
so auch in unseren Spielrunden getestet haben und nun dauerhaft anwenden.
Die wichtigsten Änderungungen sind warscheinlich:
- Rüstung schützt nur noch dort wo sie getragen wird (vgl. Trefferzonen-Regeln)
- Rüstung kann besser kombiniert werden, es gibt auch Leder- und Ketten-Vollrüstungen
- Einige Rüstungen schützen gegen verschiedene Waffenarten unterschiedlich gut
Zusätzlich gibt es noch einige kleine Veränderungen an den Einschränkungen (Bewegungsweite, Reaktionswert usw.).
Rüstungsregelungen für Midgard
Tuchrüstung:
Schweres, grobes Tuch, meist Steifleinen oder Serge das über oder unter anderen
Rüstungsarten, oder gar als Alltagskleidung getragen wird. Tuch schützt den Träger
durch die Steifheit des Stoffes ein wenig gegen scharfe Hiebwaffen (Schwerter, Dolche)
jedoch nicht gegen die Wucht eines stumpfen Schlages oder einem Stich einer Fechtwaffe.
Beispiel:
Raegar, seines Zeichens Seemann, ist auf hoher See in Steifleinen gekleidet. Sollte es
jetzt zu einem Piratenüberfall kommen, ist er gegen die typischen Waffen (Dolch, Entermesser, Haudegen)
etwas geschützt, gegen andere Waffenarten jedoch gar nicht.
Leder:
Weiches Leder oder Wildleder kann allein als Rüstung getragen werden, stellt aber
meistens die Grundlage für andere Rüstungsarten (z.B. Schuppen oder Ringpanzer) dar.
Unbearbeitetes Leder schützt kaum besser als normales Tuch und wird daher auch meistens nur
als normale Kleidung getragen.
Stepprüstung:
Stepprüstungen bestehen meistens aus zwei übereinander genähten Lagen Tuch, die mit
Wolle, Flachs oder Heu ausgestopft sind. Diese Rüstung entspricht dem natürlichen Fell mancher
Tierarten und bietet guten Schutz gegen stumpfe Schlagwaffen. Sie wird häufig als Unterkleid
unter anderen Rüstungen (z.B. Kettenhemd) getragen.
Korbûl:
Korbûl ist der waeländische Ausdruck für durch Kochen, Lackieren oder andere Prozesse
gehärtetes Leder. Durch diesen Vorgang wird der Schutz gegen stumpfe Schläge erhöht, gegen
spitze oder scharfe Waffen schützt es kaum besser als normales Leder.
Korbûl wird für fast alle Rüstungsteile benutzt und ist durch sein geringes Gewicht vor allem
bei Seefahrrern und Piraten beliebt.
Ringpanzer:
Ein Ringpanzer ist durch aufgenähte Metallplättchen, -ringe, -bänder o.ä. verstärktes Leder.
Diese Verstärkung nützt hauptsächlich gegen scharfe Waffen, da die Klinge an dem Metall
abgleiten kann.
Schuppenpanzer:
Schuppenpanzer sind im Gegensatz zu Ringpanzern aufwändiger in der Herstellung und gewähren
durch eine komplette Lage aufgenähter Schuppen oder Lamellen einen besseren Schutz.
Ein Beispiel für einen Lamellenpanzer ist die valianische (römische) Bänderrüstung.
Kettenpanzer:
Kettenpanzer oder -hemden bestehen aus miteinander verbundenen Metallringen, deren Durchmesser
im allgemeinen nicht über 8mm liegt. Die Kettenglieder können aufgenäht, miteinander verwoben
oder zusammengenietet sein, was sich in der Haltbarkeit der Rüstungen niederschlägt (eine genietete
Kettenrüstung hält viel mehr Schlägen stand als eine genähte Rüstung). Eine Kettenrüstung bietet
guten Schutz gegen scharfe und spitze Waffen, gegen stumpfe Waffen ohne die passende Stepprüstung
jedoch fast gar keinen Schutz (man stelle sich die Ringe vor die sich in die Haut bohren).
Plattenpanzer:
Eine Kettenrüstung die durch zusätzliches Tragen einer Brustplatte oder anderen Plattenteilen
verstärkt wird. Ritterrüstungen sind nichts anders als eine komplette Plattenrüstung. Diese Rüstungen
bieten den höchsten Schutz gegen alle Arten von Waffen, jedoch darf auch hier nicht die passenden
Unterkleidung vergessen werden.
Erschaffen neuer Rüstungsarten oder die Kombination verschiedener Rüstungen:
Theoretisch ist jede Kombination von Rüstungen denkbar (außer vielleicht Platte auf Platte o.ä.).
Zum Beispiel könnte man eine Stepprüstung mit Ringen oder Schuppen verstärken (von der Haltbarkeit
solcher Rüstungen mag man zwar nicht überzeugt sein, aber Not macht erfinderisch). Die Werte für solche
Kombinationen kann man relativ einfach aus den Tabellen errechnen.
Man muss auch ein wenig die Logik beachten, niemand würde freiwillig eine Plattenrüstung ohne geeignete
Unterlage anziehen oder mehrere Kettenhemden übereinander tragen.
Ein kleines Beispiel:
Ein Spieler möchte einen Schuppenpanzer statt mit Leder mit einer Stepprüstung unterlegen. Diese Rüstung
hat immer noch den gleichen Schutz, aber weniger Strukturpunkte. Der Vorteil ist das man die Rüstung
durch die bessere Fütterung auch in kälteren Regionen tragen kann. Mit ein wenig Überlegung kann
man so jede Art von Rüstung erstellen.
Tabellenteil:
| Rüstungsart | LP | Min STR | RW | B |
|---|---|---|---|---|
| Tuch/Haar | 01 | - | - | - |
| Leder/Fell | 12 | - | - | - |
| Stepp/Pelz | 13 | - | - | - |
| Korbûl | 23 | 12 | -2 | -1 |
| Ringpanzer | 21 | 28 | -5 | -2 |
| Schuppenpanzer | 3 | 31 | -15 | -3 |
| Kettenhemd | 44 | 35 | -10 | -4 |
| Plattenrüstung | 5 | 61 | -30 | -8 |
| 1 gegen scharfe Waffen LP Schutz +1 2 gegen spitze Waffen LP Schutz -1 3 gegen stumpfe Waffen LP Schutz +1 4 gegen stumpfe Waffen LP Schutz -1 | ||||

